Günstiger IT-Dienstleister: wo Sie sparen können und wo nicht
Günstig ist die IT-Firma, die Ihren Betrieb über ein ganzes Jahr am wenigsten kostet, und das entscheidet sich selten am Stundensatz. Anfahrt, Verrechnungseinheit und die Zeit, die eine Firma für Ihre Umgebung braucht, machen mehr aus. Sparen können Sie gefahrlos bei Fernwartung, Geräten, Lizenzen und gebündelten Kleinaufträgen, beim Backup, bei der Sicherheit und bei der Vertretung dagegen nicht.
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- 18
- Firmen mit publiziertem Stundensatz
- CHF 45
- grösster Abstand pro Stunde
- 4
- nennen ihre Verrechnungseinheit
Was «günstig» in Zahlen heisst
Nur 18 Firmen aus der Region Zentralschweiz, Zürich, Aargau und Schaffhausen nennen auf ihrer Website einen Stundensatz, zusammen 27 Sätze. Die übrigen nennen ihn, wenn überhaupt, erst am Telefon oder in der Offerte. Die publizierten Sätze reichen von CHF 130 bis CHF 225, der Median liegt bei CHF 168.
Die beiden Enden der Spanne messen nicht dasselbe. Die Liste enthält jeden Satz so, wie die Firma ihn nennt, also auch Ansätze, die nur mit einem Betreuungsvertrag gelten, und Notfallansätze ausserhalb der Bürozeiten. Der tiefste Satz der Liste ist deshalb nicht unbedingt einer, den Sie ohne Vertrag erhalten.
Mehr als einen regulären Satz publizieren 5 Firmen. Bei derselben Firma liegen bis zu CHF 45 pro Stunde dazwischen, je nachdem, ob ein Vertrag besteht, wie viele Stunden Sie im Jahr beziehen und ob vor Ort gearbeitet wird. Der Satz, den Sie bezahlen, hängt also auch an Ihren Konditionen.
Jeden Satz mit Quelle und Datum finden Sie im Preisspiegel. Wie Stundensatz, Stundenpaket und Monatspauschale funktionieren und was Referenzwerte aus der Schweiz sagen, steht im Ratgeber Was IT-Support ein KMU kostet.
Warum der tiefste Satz selten die tiefste Rechnung ist
Ein Stundensatz ist der Preis einer Stunde. Bezahlen müssen Sie erledigte Arbeit, und dazwischen liegen vier Posten, die in keinem Vergleich der Stundensätze auftauchen.
- Anfahrt. Für einen Drucker, der nicht mehr druckt, fährt eine Firma aus dem Nachbarkanton eine Stunde hin und eine zurück. Von den Firmen mit publiziertem Satz sagen 5 etwas zur Anfahrt. Wo eine Pauschale pro Einsatz publiziert ist, liegt sie zwischen CHF 49 und CHF 70. Andere Firmen verrechnen die Fahrzeit zum Stundensatz.
- Verrechnungseinheit. Angefangene Einheiten zählen voll. Nur 4 der Firmen mit publiziertem Satz nennen ihre Einheit, und sie reicht von 3 Minuten bis zu einer ganzen Stunde. Bei ganzen Stunden kostet ein Telefonat von zehn Minuten so viel wie eine Stunde Arbeit.
- Tempo und Dokumentation. Eine Firma, die Ihre Umgebung aufgeschrieben hat, findet den Fehler schneller. Fehlt die Dokumentation, bezahlen Sie das Suchen, und zwar bei jedem Auftrag wieder.
- Ausfälle. Was ein halber Tag ohne E-Mail oder ohne Branchensoftware kostet, steht auf keiner IT-Rechnung. In einem Treuhandbüro kurz vor dem Abgabetermin oder in einer Arztpraxis mit vollem Wartezimmer kann das mehr kosten als die IT eines ganzen Monats.
Ein Rechenbeispiel
Ein Treuhandbüro mit acht Arbeitsplätzen braucht im Jahr 30 kleine Einsätze: ein Passwort, ein Drucker, ein Programm, das nicht startet. Jeder Einsatz braucht 20 Minuten Arbeit. In jeder Zeile der Tabelle ändert sich eine Annahme gegenüber der Zeile darüber.
| Variante | Was sich ändert | Pro Einsatz | Im Jahr |
|---|---|---|---|
| Vor Ort, ganze Stunden | Satz aus dem unteren Viertel (CHF 150), jeder Einsatz vor Ort, Anfahrt CHF 49 | CHF 199 | CHF 5'970 |
| Fernwartung, ganze Stunden | Dieselbe Firma erledigt den Einsatz per Fernwartung | CHF 150 | CHF 4'500 |
| Fernwartung, 15 Minuten | Verrechnet wird im 15-Minuten-Takt | CHF 75 | CHF 2'250 |
| Median statt unteres Viertel | Eine Firma mit dem Median von CHF 168 pro Stunde | CHF 84 | CHF 2'520 |
| Ohne Dokumentation | Dieselbe Firma braucht doppelt so lang, weil sie zuerst suchen muss | CHF 126 | CHF 3'780 |
Anfahrt und Verrechnungseinheit machen im Beispiel CHF 3'720 im Jahr aus, die Wahl zwischen den beiden Stundensätzen CHF 270. Der Stundensatz ist hier der kleinste Hebel.
Die letzte Zeile zeigt, warum eine Firma ohne Dokumentation teuer wird, auch wenn ihr Satz gleich ist: CHF 3'780 statt CHF 2'520 für dieselben 30 Einsätze. Ausfälle sind in keiner Zeile enthalten.
Wo Sparen sicher ist
An diesen Stellen senken Sie die Rechnung, ohne dass Ihr Betrieb verwundbarer wird. Die meisten davon können Sie mit der bisherigen Firma umsetzen, ein Wechsel ist dafür nicht nötig. Wie viel die Art des Einsatzes ausmacht, zeigt ein Anbieter aus Winterthur: Fernwartung kostet dort CHF 130 pro Stunde bei einer Mindesteinheit von 15 Minuten, ein Einsatz vor Ort CHF 157 bei 30 Minuten (infraone.ch, Stand 2026-09).
Fernwartung zuerst
Vereinbaren Sie, dass Störungen zuerst per Telefon und Fernwartung angegangen werden und jemand nur vorbeikommt, wenn es am Gerät oder am Netzwerk liegt. Damit entfallen Anfahrt und meist auch die grössere Einheit für Einsätze vor Ort.
Einheitliche Geräte
Kaufen Sie für alle Arbeitsplätze dasselbe Business-Notebook mit mehrjähriger Garantie. Ein Gerät, das die Firma kennt, ist schneller eingerichtet und repariert. Für die Einrichtung eines neuen Geräts publiziert eine Firma der Region einen Fixpreis von CHF 130 pro Gerät.
Lizenzen aufräumen
Lizenzen von Personen, die nicht mehr im Betrieb sind, laufen weiter, bis jemand sie kündigt. Eine Lizenz Microsoft 365 Business Standard kostet laut Liste CHF 13.20 pro Person und Monat, also CHF 158.40 im Jahr (theiasolutions.ch, Stand 2026-09-10). Lassen Sie sich einmal im Jahr eine Liste aller Lizenzen mit Benutzer geben.
Weniger Werkzeuge
Jedes zusätzliche Programm kostet eine Lizenz und Betreuungszeit, etwa Dropbox neben OneDrive, Zoom neben Teams oder zwei Virenscanner. Wer bei Microsoft 365 ist, braucht für Ablage und Videokonferenz meist nichts anderes.
Kleines bündeln
Sammeln Sie, was nicht eilt, auf einer Liste und lassen Sie es einmal im Monat in einem Termin erledigen. Fünf Kleinigkeiten in einer Sitzung kosten weniger als fünf Einsätze mit je einer angefangenen Einheit.
Fixpreis für Planbares
Was sich wiederholt, etwa eine neue Mitarbeiterin einrichten oder ein Notebook ersetzen, lässt sich zu einem festen Preis vereinbaren. Dann trägt die Firma das Risiko, wenn es länger dauert.
Wo Sparen teuer wird
Backup
Ein günstiges Backup spart oft an zwei Stellen. Die Sicherung steht im selben Raum wie der Server, und niemand prüft, ob sie sich zurückspielen lässt. Beides merken Sie erst nach einem Wasserschaden oder einem Verschlüsselungsangriff. Eine Sicherung ausser Haus ist dabei kein grosser Posten. Die 2 Backup-Angebote aus der Region im Preisspiegel kosten zwischen CHF 168 und CHF 240 pro Jahr. Verlangen Sie eine Kopie ausser Haus und mindestens einmal im Jahr eine Probe-Wiederherstellung mit Protokoll.
Updates und Sicherheit
Updates für Windows, Programme und Firewall, Zwei-Faktor-Anmeldung für Microsoft 365 und ein Virenschutz auf jedem Gerät gehören in jede Betreuung, auch in die günstigste. Offeriert eine Firma das als Zusatz oder erwähnt sie es gar nicht, fehlt es in ihrem Preis. Für eine Arztpraxis mit Patientendaten oder ein Treuhandbüro mit Lohnabrechnungen ist das keine Kür.
Die Firma mit einer Person
Für eine Schreinerei mit drei Arbeitsplätzen ist ein Betreuer, der allein arbeitet, oft eine vernünftige Wahl. Er kennt den Betrieb, ist rasch da und hat wenig Fixkosten, die er weiterverrechnen muss. Teuer wird es in den Ferien, bei Krankheit und beim Abschied, wenn niemand einspringt und die Zugänge nur er kennt. Wie Sie die Vertretung regeln, steht im Ratgeber Verlässlichen IT-Dienstleister erkennen, und was zu tun ist, wenn es so weit ist, unter Wenn der IT-Betreuer aufhört.
Preis pro Ergebnis vergleichen
Vergleichbar wird der Preis, wenn jede Firma dieselben typischen Aufträge offeriert. Nehmen Sie die Häufigkeit aus den Rechnungen der letzten zwölf Monate und rechnen Sie aufs Jahr hoch.
| Auftrag | Was die Offerte nennen muss |
|---|---|
| Passwort zurücksetzen, Drucker wieder verbinden | Fernwartung oder vor Ort, verrechnete Einheit, Reaktionszeit |
| Neue Mitarbeiterin einrichten | Fixpreis oder Aufwand, dazu was enthalten ist: Notebook, Microsoft 365, Branchensoftware |
| Notebook ersetzen und Daten übernehmen | Fixpreis pro Gerät, Bezug des Geräts über die Firma oder durch Sie |
| Störung an Server oder Firewall am Abend | Pikett ja oder nein, Zuschlag am Abend, Vertretung während der Ferien der zuständigen Person |
Fragen Sie nach der Reaktionszeit ausdrücklich, auf ihrer Website nennen sie die wenigsten Anbieter. Wie Sie sie im Vertrag festhalten, steht im Ratgeber zum IT-Wartungsvertrag.
Wie Sie die Offerten danach Position für Position vergleichen, steht im Ratgeber IT-Offerten vergleichen. Ob sich statt einzelner Aufträge eine Monatspauschale lohnt, rechnet der Ratgeber Managed Services zum Fixpreis vor. Firmen in Ihrer Nähe finden Sie unter IT-Support.
Häufige Fragen
Welche IT-Dienstleister sind günstig?
Günstig ist die Firma mit den tiefsten Jahreskosten für Ihren Betrieb, und die hängen an Anfahrt, Verrechnungseinheit, Arbeitstempo und Dokumentation mindestens so stark wie am Stundensatz. Eine Firma in der Nähe, die Kleines per Fernwartung in kurzen Einheiten erledigt, ist oft günstiger als eine mit tieferem Satz. Die Stundensätze, die Firmen aus der Region selbst publizieren, stehen im Preisspiegel von Bytewahl.
Wie vergleiche ich die Preise von IT-Dienstleistern?
Lassen Sie mehrere Firmen dieselben typischen Aufträge offerieren, etwa ein Passwort zurücksetzen, eine neue Mitarbeiterin einrichten und ein Notebook ersetzen. Fragen Sie jeweils nach Verrechnungseinheit, Anfahrt und angesetzter Zeit. Rechnen Sie mit der Häufigkeit aus Ihren Rechnungen der letzten zwölf Monate auf ein Jahr hoch.
Ist Fernwartung günstiger als ein Einsatz vor Ort?
Meist ja, weil Anfahrt und Fahrzeit wegfallen und manche Firmen für Fernwartung einen tieferen Satz oder eine kleinere Verrechnungseinheit haben. Für Probleme am Netzwerk, am Drucker oder an einem defekten Gerät braucht es trotzdem jemanden vor Ort. Fragen Sie, welche Ansätze und Einheiten für beides gelten.
Wo kann ein kleiner Betrieb bei der IT sparen, ohne ein Risiko einzugehen?
Bei ungenutzten Lizenzen, bei doppelten Programmen, mit einheitlichen Geräten, mit Fernwartung und indem Sie Kleinigkeiten sammeln und in einem Termin erledigen lassen. Nicht sparen sollten Sie beim Backup mit Kopie ausser Haus und Probe-Wiederherstellung, bei Updates und Zwei-Faktor-Anmeldung und bei einer geregelten Vertretung.
Ist ein IT-Betreuer, der allein arbeitet, günstiger?
Oft ja, weil er wenig Fixkosten weiterverrechnen muss und Ihren Betrieb kennt. Günstig bleibt das nur, solange jemand einspringt, wenn er in den Ferien oder krank ist. Lassen Sie die Vertretung schriftlich regeln und bewahren Sie die Administrator-Zugänge und eine aktuelle Dokumentation im eigenen Betrieb auf, damit eine andere Firma übernehmen kann.
Firmen in Ihrer Nähe finden
Sechs Fragen zu Leistung, Ort und Betrieb. Danach sehen Sie, welche IT-Firmen passen und warum, und können bis zu drei davon anfragen.
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